Sprache: Hallo und herzlich willkommen zum Pandolin Podcast.
Mein Name ist Axel, die ja am meisten von euch kennen mich als
den Pandolin und das hier, ich sag's mal ganz direkt, ist meine
allererste Podcast-Episode. Keine Ahnung, ob das hier gut
wird. Aber ein Freund von mir hat mich überredet, meine Texte
auf dem Blog seien zu lang und ich solle das Ganze doch mal als
Podcast zur Verfügung stellen. Naja, dann habe ich das also
gemacht. Ich habe also meinen eigenen Podcast-Server in der
Rebel Homebase aufgesetzt, jetzt einen eigenen Podcast-Feed und
jetzt muss also natürlich auch Content rein. Also kein Grund
mehr, sich zu verstecken. Was erwartet euch heute beim ersten
Mal? Nun, ich erzähle euch, warum ich nach jahrentreuer
Nextcloud-Nutzung im Jahr 2026 den Stecker gezogen habe. Warum
ich dann auf OpenCloud umgestiegen bin, was dabei
schiefgegangen ist, das war einiges. Und warum dabei auch
ganz nebenbei auch noch eine souveräne E-Book-Bibliothek
entstanden ist, ich meine Kindle bei Ebay verkaufen konnte und so
weiter, auch das werden Teile davon sein. Ja, und bevor ihr
nochmal genau fragt, ja, dieser Podcast läuft auf eurem eigenen
Server. Eine kleine Box, die bei mir zu Hause steht, Kastopod,
Inplanet bei München. Souveränität bis zum Mikrofon.
Ihr kennt alle diesen einen Moment, den jeder Hoster oder
Self-Hoster kennt. Man sitzt abends auf dem Sofa oder sonst
wo, die Familie will Urlaubsfotos anschauen, die
Kinder wollen Katzenfotos anschauen oder was auch immer.
Man öffnet die Nextcloud-App und es passiert erstmal nichts.
Ladekreisel. Dann kommt auch vielleicht noch die SMS von der
Partnerin oder von wem auch immer und geht deine Cloud schon
wieder nicht. Unheimlich frustrierend. Man hat auch so
viel Arbeit reingesteckt. Und dann sitzt man da mit dem Laptop
auf den Schoß, tippt SSH-Befehle, während die
anderen Netflix gucken, macht Maintenance-Modis, wartet, hofft,
rebootet den Server, prüft Datenbank-Indizes, leert einen
RIDIS-Cache, startet den Webserver wieder neu und
irgendwann läuft es wieder bis zum nächsten Mal. Kann
unheimlich frustrierend sein. Jetzt versteht mich nicht falsch,
das wird hier ganz sicherlich kein Rant gegen Nextcloud. Denn
Nextcloud ist ein wunderbares Werkzeug. Nextcloud hat
unheimlich viel für die Open-Source-Szene in Deutschland
getan. Ich schätze persönlich Frank Karliczek als einen der
wichtigsten Köpfe in der europäischen
Open-Source-Bewegung. Und Nextcloud ist tatsächlich ein
perfektes Werkzeug. Läuft auf einem Raspberry Pi, läuft auf
einem größeren Server, ist ein Schweizer Taschenmesser mit
unheimlich vielen Funktionalitäten. Das sage ich
absolut ohne Ironie. Jetzt aber das große Aber. Die Architektur
von Nextcloud stammt aus einer Zeit, in der PHP die Antwort auf
so ziemlich alles war. PHP war super. Und man hat für jede
Anwendung eine MySQL-Datenbank gebraucht und das Ganze mit PHP
angereichert. PHP, Apache, Redis, PostgreSQL, MariaDB, Cronjobs im
Hintergrund, die die CPU auf 100% jagen, weil irgendwo ein
Thumbnail generiert wird. Das war 2016 state of the art.
Absolut. Und im Jahr 2026 fühlt es sich so ein bisschen an wie,
naja, wie ein Windows XP-Rechner. Und man weiß, was man machen
soll. Da kommt ein Update, aber man hat irgendwie Angst davor
und hofft, dass danach noch alles funktioniert. Was ich hier
wollte, war ein Cloud-Speicher. Kein Cloud-Speicher bei einem
der Hyperscaler. Ihr wisst, wie ich zu denen stehe. Ich wollte
auch keine Wetterstation mit irgendeinem integrierten
Kanban-Board und 85 anderen Funktionen. Und das genau war
der Punkt, an dem ich angefangen habe, mich umzuschauen. Wir
haben jetzt 2026, März. Und wenn man nach einer Möglichkeit
einer selbst gehosteten Cloud sucht, landet man am Ende bei
drei Namen. Nummer eins, Nextcloud. Der Platzhirsch.
Gerade auf einer riesengroßen, perfekten Welle mit Ioners
unterwegs. Finde ich großartig. Feature komplett bis zum
Abwinken. Es ist Kalender drin, Kontakte, Office,
Videokonferenzen, Aufgabenverwaltung. Es ist auch
sowas wie Social Media der Sport drin. Also alles, was man sich
vorstellen kann. Tatsächlich. Aber das ist auch gleichzeitig
das Problem. Für jede neue Funktion scheint die Stabilität
der ursprünglichen Kernfunktion, also des Dateien-Syncs, ein
kleines bisschen zu leiden. Das nennt man so schön den
Feature-Bloat-Effekt. Oder wie ein Freund von mir neulich zu
mir sagte, Nextcloud ist gerade wie ein Schweizer Taschenmesser,
bei dem die Klinge nicht mehr ganz so perfekt schneidet, weil
man drei Korkenzieher, fünf Schraubenzieher und noch ein
paar extra Werkzeuge eingebaut hat. Nummer zwei. Und das ist
technisch gesehen ein Quantensprung. Geschrieben in Go
statt in PHP. Keine Datenbanken mehr nötig. Metadaten sind
direkt im Dateisystem. Architektonisch unheimlich
elegant gelöst. Aber, und das ist auch tatsächlich ein
Problem, nachdem OwnCloud durch Kiteworks übernommen wurde,
eine amerikanische Firma, das war irgendwann 2023 oder 2024,
herrschte verhältnismäßig viel Unruhe in der
Open-Source-Community. Viele der Kernentwickler haben dann das
Unternehmen verlassen. Der Fokus verschob sich spürbar in
Richtung Enterprise-Kunden. Ist per se auch nicht verkehrt, denn
am Ende muss die Weiterentwicklung ja auch
vernünftig bezahlt werden. Aber die Community fühlte sich
plötzlich zweitrangig an. Und das ist natürlich ein bisschen
traurig. Kommen wir zu Nummer 3, Open Cloud. Und hier wird's
richtig interessant. Open Cloud ist ein Fork von OwnCloud
Infinity Scale, wird vorangetrieben von dem Team
hinter Heinlein Support, den Leuten, die auch Mailbox. org
oder heute Mailbox betreiben. Und für die, die Mailbox. org
nicht kennen, das ist einer der wenigen E-Mail-Anbieter in
Deutschland, die seit 30 Jahren gegen massive Widerstände für
sehr, sehr datenschutzkonforme Lösungen kämpfen, basierend
auf Open Source. Und man muss wirklich sagen, wenn diese Leute
einen Fork von dieser Lösung machen und sagen, wir bauen das
jetzt richtig, dann ist das für mich definitiv Grund für einen
Vertrauensvorschuss und sich das mal genauer anzuschauen. Open
Cloud ist vielleicht nicht der bekannteste Name da draußen,
aber es ist der, der am besten zu meiner Philosophie irgendwo
passt. So wenig Komplexität wie möglich, so viel
Funktionalität wie nötig. Kein Ballast, kein Venture Capital,
kein Hyperscaler, kein Exitplan da irgendwo. Einfach solide
Infrastruktur und das machen sie ausgezeichnet. Schauen wir einen
kurzen Moment über Ressourcenbedarf. Und ja, jetzt
wird es kurz technisch, aber ich verspreche, es wird nicht weh
tun. Schauen wir uns Nextcloud an. Und mein Erfahrungswert im
Leerlauf war, dass da ungefähr 800 Megabyte bis 1,2 Gigabyte
RAM verwendet werden. Dauerhaft. 2 bis 5 Prozent CPU-Last
permanent. Im Hintergrund laufen Chrome-Jobs, PHP-Prozesse werden
abgearbeitet, die Datenbank macht irgendwas. Open Cloud
dagegen im Leerlauf bei unter 200 Megabyte. CPU-Last ist quasi
nicht messbar, weil, und das ist natürlich ein großartiger
Architekturvorteil, Open Cloud ist in Go geschrieben. Und Go
ist kompiliert, wird nicht interpretiert. Das ist durchaus
ein gewisser Geschwindigkeitsvorteil. Kein
Interpreter, der bei jeder Anfrage hochfährt. Keine
Datenbank, die dahinter liegt. Und die Metadaten liegen direkt
im Dateisystem bei den Daten selbst. Das ist eine
Architekturdiskussion. Es gibt durchaus viele Vorteile bei der
Nutzung von Datenbanken, aber auch in dieser Variante gibt es
natürlich jede Menge Vorteile. Was bedeutet das in der Praxis?
Nun ja, Open Cloud schläft tatsächlich, wenn niemand
darauf zugreift. Es verbraucht keinerlei Ressourcen. Sobald ich
eine Datei hochlade, schlägt natürlich die Go-Performance
dann voll zu. Das ist ein Unterschied zwischen einem Motor
im Leerlauf, der da vor sich hin brummelt, und einem Elektroauto,
das eigentlich nur da steht, bis man wirklich das Pedal drückt
und nichts tut. Und das Backup? Naja, bei Nextcloud war das
immer ein Tanz. Datenbankdump, Daten sichern, hoffen, dass
beide Stände irgendwie zeitlich zusammenpassen. Bei Open Cloud,
das ist großartig. Ein einzelner ZFS-Snapshot, der ist
atomarkonsistent. Alles passiert auf einen Rutsch. Snapshot von
vor zwei Tagen gemountet, Open Cloud starten, und es ist, als
wäre nichts passiert gewesen. Keinerlei
Datenbank-Inkonsistenzen, und allein das ist von meinem
Empfinden her der Umzug schon wert gewesen. Reden wir über
das Setup, reden wir über den Umzug. Es heißt so schön, ohne
Schmerzen geht es nicht. Ich will ja nicht schönreden. Der
Umzug war definitiv nicht schmerzfrei, weil ich eben kein
normales Docker-Setup fahre. Das geht sehr, sehr viel einfacher,
wenn man einen normalen Docker-Container einfach
hochfährt. Aber meine Spielwiese, meine Rebel Homebase,
ist ein Kubernetes-Cluster, ein K3S-Cluster mit fünf Nodes. Und
da gibt es natürlich Stolpersteine, die die meisten
wahrscheinlich einfach nicht haben. Stolperstein Nummer 1 ist
die Umgebungsvariable. Die heißt OC-URL, nicht Open
Cloud-URL. Klingt sehr, sehr trivial, hat mich einen ganzen
Abend beim Setup gekostet. Einmal falsch gesetzt, und die
Web-Oberfläche zeigt nur noch fehlende oder falsche
Konfiguration an. Keine hilfreiche Fehlermeldung. Man
sitzt einfach davor und grübelt. Stolperstein Nummer 2 war dann,
die Konfiguration wird beim allerersten Start in Stein
gemeißelt. Also Open Cloud generiert beim Initialisieren
zufällige Passwörter und Secrets und schreibt sie in die
Config. Wenn diese Umgebungsvariable beim ersten
Start falsch war, dann hast du einfach Pech gehabt.
Nachträgliche Änderungen an den Variablen bringen nichts,
weil die gespeicherte Config einfach Vorrang hat. Die einzige
Lösung ist dann tatsächlich, neu aufsetzen. Von vorne
anfangen. Also von vorne einfach vernünftig planen. Stolperstein
Nummer 3, das Admin-Passwort, wird genau ein einziges Mal
generiert. Beim ersten Start wird in den Logs ausgegeben und
dann nie wieder. Wer die Logs nicht sofort liest, steht von
einer verschlossenen Tür. Klingt alles sehr dramatisch,
aber seien wir ehrlich, das sind Homelab-Probleme. Lösbar in
einem oder zwei Abenden. Ich habe es am Ende auch hinbekommen.
Mein Artikel auf dem Blog auf pandolin. io dokumentiert da
jeden einzelnen dieser Stolpersteine, damit ihr sie im
Zweifelsfall nicht wiederholen müsst. Also probiert es gerne
aus, lest den Artikel. Bei der User Experience ist natürlich
die, wie sagt man es schön, die mobile Erfahrung ist etwas, was
sehr, sehr wichtig ist. Ein Cloud-Dienst ist immer nur so
gut wie sein schlechtester Client. Und bei Nextcloud, ich
war nicht begeistert von der Mobile-App. Die war langsam, ist
gelegentlich abgestürzt und dann regelmäßig dieses
Ladekarussell. Ich habe das sowohl auf einem iPhone
ausprobiert gehabt, als auch in der letzten Zeit dann verstärkt
auf meinem Google-Pixel-Lauf, das ich gewechselt habe. Und die
Erfahrungen waren eigentlich vergleichbar. Die Open Cloud-App
dagegen ist Und das sage ich tatsächlich selten. Wirklich
ein Vergnügen zu benutzen. Ja, sie ist sehr klein, sie ist sehr
schnell. Sie ist responsive bis zum geht nicht mehr.
Verzeichnisse laden sofort. Foto-Upload läuft im
Hintergrund, ohne dass man dran denken muss. Und auch diese
Files-on-Demand-Funktion zeigt sofort die gesamte
Verzeichnisstruktur an, ohne dass man den Handyspeicher
komplett überlaufen lässt. Ja, erst beim Antippen wird
heruntergeladen. Das kann man aber natürlich auch ändern.
Und ja, ich verwende das jetzt nicht, um meine Fotos zu
synchronisieren. Dafür verwende ich eine andere Plattform, die
nennt sich Image. Kennt der eine oder andere vielleicht auch.
Aber ich habe es mal ausprobiert. Und es läuft in einem Flutsch
durch. Und das Schönste daran ist tatsächlich, diese App
kommt ebenfalls von der Open Cloud GmbH in Berlin. Also vom
Server im Keller bis zur App in der Hosentasche. Du hast, wenn
du das einsetzt, eine durchgehende Kette. Komplett
datenschutz-grundverordnungskonform . Komplett Open Source. Komplett
unter meiner eigenen Kontrolle. Und das ist wahrhafte digitale
Souveränität, die man anfassen kann. Oder zumindest mal auf dem
Display antippen kann. Und ich habe euch noch einen Use Case
versprochen. Der E-Book-Twist, will ich es mal sagen. Und zwar,
ich war da am meisten überrascht, weil das ist etwas,
das hat sich innerhalb der ganzen Bastelei ergeben. Ich
hatte den Umzug auf Open Cloud geplant als ein reines
Infrastrukturprojekt. Datensync fertig. Aber dann kam irgendwann
ein Paket. Und zwar ein Books Go 7. Das ist ein E-Ink-Book-Reader.
E-Book-Reader, E-Ink-Book-Reader. Basierend auf Android. Ich habe
gar nicht gewusst, dass es sowas tatsächlich gibt. Aber ich
wollte mich eh schon die ganze Zeit vom Amazon-Ökosystem, von
meinem Amazon-Kindle irgendwo trennen. Und habe ein bisschen
geschaut und habe diesen E-Book-Reader gefunden. Hat
natürlich wesentlich weniger Akkulaufzeit. Hat ein
E-Ink-Display von einer durchaus guten Qualität. Und es läuft
tatsächlich ein vollumfängliches Android da
drauf. Ein offenes Gerät und man kann die ganz normalen Apps
installieren. Ja, das Display ist ein bisschen weniger
responsive. Das ist jetzt nicht geeignet, um Videos oder sowas
anzuschauen, wie es die meisten E-Ink-Displays sind. Aber
plötzlich hatte ich so ein Aha-Erlebnis und es hat sich ein
Workflow ergeben, der wirklich so naheliegend ist, dass ich
mich dann gefragt habe, warum ich das nicht schon vor Jahren
gemacht habe. Ich schaue in erster Linie, dass ich DRM-freie
E-Books bekomme. Also E-Pub-Format oder E-Pub-Format.
Und diese E-Books packe ich in einen Ordner in Open Cloud. Auf
dem E-Books dagegen installiere ich die Open Cloud App, verbinde
sie mit dem Server, öffne den E-Book-Ordner, klicke einmal
drauf, öffne das Buch und lese. Also instantly fertig. Kein
Amazon, kein Tracking, keine Werbemitteilung mit einem Kunden,
die dieses Buch gekauft haben, kauften auch. Oder dies könnte
dich auch interessieren. Und vor allen Dingen auch keine Lizenz,
die einem irgendwo entzogen werden kann oder die nur
zeitlich beschränkt ist. Und das ist tatsächlich meine
unbequeme Wahrheit über meinen Kindle. Du kaufst kein Buch, du
kaufst eine Lizenz, ein zeitlich beschränktes Nutzungsrecht.
Manche sind, ja, weniger zeitlich eingeschränkt. Aber
Amazon weiß genau, was ich lese, wann ich es lese, wie schnell
ich lese, wo ich aufgehört habe. Und wenn Amazon irgendwann mal
beschließen sollte, dass dieses Buch aus dem Sortiment genommen
wird, dann kann es einfach sein, dass es weg ist. Von meinem
Gerät. Und das ist jetzt keine dystopische Vorstellung, das
steht tatsächlich so in deren AGBs. Naja, also die große
Frage ist natürlich, woher bekommt man DRM-freie Bücher?
Und per se muss es nicht unbedingt DRM sein. Es gibt auch
EPUBs, die mit entsprechenden Wasserzeichen und so weiter
versehen sind. Die kann man auch wunderbar auf die gleiche Art
und Weise irgendwo synchronisieren. Aber hier
greifen einfach zwei Aspekte sehr ineinander, die ich sehr
mag. Also beam-ebooks. de ist eine wunderbare Anlaufstelle im
deutschsprachigen Raum. Da gibt es verhältnismäßig viel.
Standard-ebooks, perfekt aufbereitet, auch Klassiker der
Gemeinfreiheit. Also dagegen haben wir das Projekt Gutenberg.
Riesiges Archiv. Also es mangelt nicht an Content, wenn man lesen
möchte. Eine ganz bittere Ironie aber, es gibt ein
wunderbares Buch von Zuboff. Das nennt sich das Zeitalter des
Überwachungskapitalismus. Das kennt der eine oder andere
vielleicht, weil es das eine der großen Kritiken ist an Big Tech.
Und genau dieses Buch bekommt man eigentlich fast nicht ohne
Digital Rights Management. Und das ist einfach nur irgendwie
bizarr.
Open Cloud ist also für mich nicht einfach nur ein Next Cloud
Ersatz. Es ist ein Baustein in meinem ganz persönlichen
größeren Bild. Wie gesagt, ich will Next Cloud hier nicht
schlecht reden. Das hat lange Zeit für mich einen perfekten
Job erfüllt. Und für viele ist Next Cloud wahrscheinlich auch
die bessere Lösung. Aber mein digitales Leben 2026 gerade
sieht jetzt so aus. Ich chatte über Matrix und habe für die,
die es noch nicht geschafft haben, auch drei Bridges
eingebaut. Für WhatsApp, Signal und Telegram. Mein Social Media
mache ich über GoToSocial auf meinem Server. Meine eigene
kleine Feediverse-Instanz. Dateien synchronisiere ich über
Open Cloud. Fotos über Image. Für Musik habe ich einen
Navidrome-Server. Medien laufen über Jellyfin. Podcast, naja,
ihr hört hier gerade das erste Mal rein. Und alles auf einem
Server in meinem Arbeitszimmer, an dem drei, vier, fünf, sechs
kleine Raspberry Pi Blades hängen, tatsächlich begeistert
mich das gerade durchaus sehr.
Alles ist Open Source, alles ist unter meiner Kontrolle und alles
miteinander und mit der Welt verbunden. Und das ist der
entscheidende Punkt. Digitale Souveränität heißt ja nicht
Technologieverweigerung oder Isolation, ganz im Gegenteil.
Das heißt nicht, dass ich in einer Blase lebe. Also mein
Matrix-Server föderiert mit jedem anderen Matrix-Server
dieser Welt. Genau dasselbe macht mein Go-to-Social,
föderiert mit hunderten von Mastodon-Servern da draußen. Ja,
jetzt nicht mit den klassischen Diensten der Hyperscaler, aber
das ist ein anderes Thema. Und mein Podcast-Feed ist in jeder
einzelnen Podcast-App dieser Welt abonnierbar. Ich bin Teil
des Netzwerkes. Ich habe nur gewählt, dass ich hier auf
meinem eigenen Fundament stehe, statt dass ich mir irgendwo
einen geliehenen Boden irgendwo miete. Ist das aufwendig?
Absolut. Braucht man das? Mit Sicherheit nicht. Aber es ist
ein schöner Proof of Concept dafür, dass es geht. Dass man
eben nicht auf Google, Microsoft, Amazon und wie sie alle da
draußen heißen angewiesen sein muss. Und dass die Werkzeuge
2026 uns für Flexibilität und Vielfalt definitiv mehr
Möglichkeiten geben, als wir jemals vorher hatten. Und auch
die Usability. Und das ist der wichtigste Punkt. Die Usability
ist an einem Punkt angekommen, dass man, dass jemand so wie ich,
der jetzt nicht unbedingt ein klassischer Techniker ist,
sondern eher, ich sage mal, ein ambitionierter Mensch mit
technologischem Vertriebshintergrund, dass auch
ich sowas hinbekomme. Und ich habe das getestet. Ich habe die
Rechner hart ausgeschaltet. Ich habe Stecker gezogen. Ich habe
es hoch und runter gefahren. Und ja, ich musste lange basteln,
bis all meine Pots danach wieder sauber hochfahren. Aber das
läuft jetzt tatsächlich.
18 Minuten 56 oder sowas in der Richtung. Wir kommen
tatsächlich schon zum Ende. Und ja, das war es für heute. Mein
Debüt. Ihr habt bis hierher durchgehalten, sonst würdet ihr
jetzt nicht mehr zuhören. Meinen Respekt und meinen Dank.
Den Blogartikel zu dieser Episode mit allen technischen
Details, Setup-Anleitungen und den Links findet ihr, wie
üblich, auf pandolin. io. Und wenn ihr Open Cloud mal
ausprobieren wollt, ohne selbst einen Server aufzusetzen,
schreibt mir. Ich habe das auch auf der Webseite publiziert. Ich
richte euch gerne mal einen Test-Account ein. Keine SLAs
natürlich, keine Produktivdaten. Seid gnädig. Ich habe nur ein
ganz langsames DSL. Die Post ist hier, beziehungsweise Post sage
ich schon, die Deutsche Telekom ist nicht wirklich performant
hier. Also wenn jemand von der mithört und eine Möglichkeit
hat, hier irgendwas zu tun, ich wäre euch sehr dankbar. Ihr
findet mich im Feediverse unter at pandolin. online oder einfach
auf pandolin. io. Oder schreibt mir ganz altmodisch eine E-Mail.
Und zum Abschluss bediene ich mich wieder ein kleines bisschen
bei Placebo. Ja, ihr kennt diese Band. All it takes is one shelf,
one server, one decision. Not for everyone. Proven possible.
That's enough. One person, one homelab, one less excuse. Also,
probiert es einfach aus und ich freue mich, wenn ihr das
nächste Mal wieder einschaltet. Bis zum nächsten Mal. Euer
Pandolin. Bis zum nächsten Mal.